Kümmel – Arzneipflanze des Jahres 2016

6. Mai 2016
Von Grudrun Kieselbach.
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Kategorien:Heilpflanzen

Kümmel  – Carum carvi

Arzneipflanze des Jahres 2016

Kümmel ist die Arzneipflanze des Jahres 2016 und vor allem als Küchengewürz bekannt.

kmmel blte und samen

Quelle: Fotolia_53739421

Der echte Kümmel gehört zu den ältesten Gewürz- und Arzneipflanzen und geht in Europa zurück bis in die Jung-Steinzeit.

Botanik:

Die zweijährige Pflanze gehört zu der Familie der Doldenblütler (Apiacea). Aus der sich im ersten Jahr bildenden Blattrosette wächst im Folgejahr ein bis zu 1 m hoher kantiger und verzweigter Stengel mit gefiederten Blättern. Im Mai bis Juli zeigen sich an den mehrstrahligen Dolden viele kleine weiße bis rosa gefärbte Blüten. Die Frucht ist länglich und besteht aus zwei Teilstücken. Sie findet vielerlei Verwendung.

Man findet Kümmel in gemäßigten Zonen in Europa und Asien und er liebt sonnige, aber auch feuchte Standorte. Er wächst auch auf Wiesen  (Wiesenkümmel) und an Wegrändern.

Kümmel enthält ätherisches Öl (Carbon, Limone), dessen intensiver Duft sich verbreitet, wenn man einen Fruchtkörper zerdrückt (contusa). Außerdem enthält er noch fettes Öl, Zuckerstoffe und Proteine.

Kümmel ist als stärkstes Karminativum bekannt und wird seit alters her bei Verdauungsbeschwerden wie z.B. leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und Völlegefühl.  Er wirkt appetitanregend und fördert die Sekretion des Magensaftes und regt die Durchblutung von Magen- und Darmschleimhaut an. Äußerlich und in verdünnter Form auf dem Bauch einmassiert oder aufgetragen kann es Säuglingen und Kleinkindern bei Blähungen helfen sowie bei blähenden Koliken.

Die European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) hat auch die Anwendung von Kümmel auf das Roemheld-Syndrom erweitert. Als Roemheld-Syndrom bezeichnet man Herz- und Brustschmerzen mit Beklemmungsgefühl bis hin zu Panikattacken, die auf größere Gasansammlungen im Magen und Darm zurückgehen.

Kümmel begünstigt die Verdauung schwerer Speisen, z.B. Käsefondue, Kohlgerichte, Hülsenfrüchte.

Kümmel wird empfohlen, um die Muttermilchproduktion anzuregen etc.

Anwendungen mit Kümmel:

  • als Gewürz
  • als Tee
  • als Tinktur
  • als Öl
  • in der Küche (Brot, Kohl, Bratkartoffeln)
  • Kümmelsamen einfach kauen (bei Mundgeruch)
  • Massagen mit Kümmelöl
    • 1 Tropfen Kümmelöl auf 20 ml Olivenöl – Babys und Kleinkinder
    • 5 Tropfen Kümmelöl auf 20 ml Olivenöl – Erwachsene
  • als Badezusatz

Probieren Sie mal einen Kümmeltee. Er schmeckt angenehm und sehr aromatisch

  • 1 gehäufter Teelöffel Kümmelsamen mit einem Esslöffel anquetschen
  • mit¼ l kochendes Wasser überbrühen und abdecken
  • abseihen
  • warm und schluckweise trinken
  • gut auch in Kombination mit Anis- und Fenchelfrüchten.

Vorsicht

  • in der Schwangerschaft
  • bei Allergien gegen Doldenblütlern (Sellerie, Möhren, Petersilie, Anis)

CAVE: Kümmel sollten nur Kräuterfachkundige sammeln. Unter den Doldenblütlern gibt es einige giftige Vertreter.

Diese Angaben sind ohne Gewähr. Bei ernsthaften Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Heilpraktiker.