Heilpflanzen – Die Schlüsselblume (Primula veris)

25. April 2019
Von Gudrun Kieselbach.
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Heilpflanzen – Die Schlüsselblume (Primula veris)

„Schlüsselblumen können Vertrauen schenken und die Schwere von einem nehmen.“

Bei meiner Fahrt durch das französische Land war ich hoch erfreut so viele Schlüsselblumen zu sehen. Die Schlüsselblume ist wie ein Himmelsschlüsselchen, ein Herzöffner und es bereitet Freude, die kleinen gelb leuchtenden Kelche mit den frischen grünen Blättern zu entdecken und zu betrachten. Sie wächst auf trockenen Wiesen, an Böschungen sowie in Mischwäldern und blüht jedes Jahr zwischen März und Mai aufs Neue.

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) gehört zu den Primelgewächsen (Primulaceae) und ist der Inbegriff der Frühjahrsblüher. Man kennt sie auch unter der Bezeichnung Wiesenschlüsselblume, Wiesenprimel, Himmelsschlüssel.

In Deutschland ist es auf Grund der intensiven Landwirtschaft eine selten gewordene Heilpflanze. Deshalb stehen sie unter Naturschutz und darf in freier Natur nicht gesammelt werden.

Die Heilpflanze

Als Heilpflanze kann Sie aufgrund ihrer Inhaltsstoffe entkrampfend und schleimlösend wirken, aber auch beruhigend, entzündungshemmend, schmerzstillend. Deshalb wird sie bei Husten mit festsitzendem Schleim, aber auch bei Husten im Alter eingesetzt. In der Volksheilkunde wird sie bei Nervosität und Neuralgien angewendet. Auch bei Migräne und Kopfschmerz kann man an eine Zubereitung mit Schlüsselblumen denken.

Eingesetzt wird die Schlüsselblume äußerlich und innerlich, als Tee oder Tinktur und auch als Fertigarzneimittel. Verwendete Pflanzenteile sind Wurzeln und Blüten. Die Blüten finden als Schmuckdroge Teemischungen hinzugefügt.

Für Hildegard v. Bingen gehörte die Schlüsselblume zu den Wärme gebenden Pflanzen. Sie setzte  diese Droge bei Depressionen, Melancholie und Kopfschmerzen ein und Kräuterpfarrer Künzle empfahl sie bei Erkältungen und Rheuma.

In der Ernährung

In der Ernährung eignen sich Blüten und auch Blätter zum Verzehr. Besonders mit Blüten dekorierte Speisen sind eine Augenweide.

In der Natur

In der Natur dienen sie als wichtiges Nahrungsmittel einige gefährdete Schmetterlingsarten.

Vor Verwendung der Droge – hier nur aus eigenem Anbau erlaubt (Naturschutz!) lassen Sie sich von speziell ausgebildeten Therapeuten beraten.

Reservieren Sie ein Stück Garten oder versuchen Sie die Aussaat im Blumenkasten, um diese Pflanze wieder zu vermehren. Sie wird es Ihnen mit Ihrem Blühen im Frühjahr danken und Sie tun etwas Gutes für unsere Bienen und Insekten.

„Wozu ist mein Schlüssel gut?
Ratet nur mit frischem Mut!
Für Schneckenhäuser meint Ihr? Nein,
Für Truhen voller Edelstein?
Denkt Ihr an Dornröschen’s Schloss?
Aber nein, was glaubt ihr bloß!
Ihr kommt nie und nimmer drauf.
Ich schließ Himmelstüren auf.“

Cicely Mary Barker, geb. 1895